Ägypten und Saudi-Arabien planen gemeinsames Militärmanöver

sisi und salman al-saudÄgypten: Der saudi-arabische Verteidigungsminister Muhammad bin Salman al-Saud, Sohn des saudischen Königs, ist am Dienstag zu Gesprächen nach Kairo gereist. Bei einem Treffen mit dem Staatspräsidenden al-Sisi sei die Bildung eines gemeinsamen Kriegsrates zur Intervention im Jemen diskutiert worden. Außerdem wolle sich Ägypten an einem Militärmanöver in Saudi-Arabien beteiligen.

Vorbereitung einer saudisch geführten Invasion im Jemen

Ägypten ist bisher mit vier Kriegsschiffen und einer ungenannten Zahl von Kampfflugzeugen im jemenitischen Bürgerkrieg aktiv. Das Land hat zu Beginn des saudischen Angriffs auf den Jemen seine Bereitschaft zur Entsendung von Bodentruppen erklärt, bisher aber noch keine geschickt, so die offizielle Position. Nachdem Gerüchte über Truppenbewegungen aufgekommen waren, meldete sich am Dienstag ein ägyptischer Armeesprecher zu Wort und wies den Einsatz von Bodentruppen explizit zurück.

Saudi-Arabien soll allerdings seinen wichtigsten Verbündeten Pakistan um die Entsendung von Armeeverbänden gebeten haben. Am 8. April war auch der ägyptische Verteidigungsminister Sedki Sobhi in Pakistan zu Gast, um sich über ein gemeinsames Vorgehen abzustimmen. Der Oberste Militärrat Ägyptens (SCAF) hatte zuvor dem Präsidenten al-Sisi bereits die Erlaubnis erteilt, Armeeverbände in den Jemen zu schicken.

bab al mandab (Quelle: Wikipedia - Archer90)

Ägypten: Huthis bedrohen Schiffsverkehr durch den Suez-Kanal

Ägyptens offizielle Begründung für eine Beteiligung am saudischen Militäreinsatz gegen die Huthi-Rebellen im Jemen führt ein nationales Sicherheitsinteresse an der Offenhaltung der Meeresstraße von Bab al-Mandab („Tor der Tränen“) an, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Man fürchte, dass bei einem Sieg der Huthis diese die Meeresenge schließen und somit den Schiffsverkehr durch den Suez-Kanal zum Erliegen bringen könnten. Andererseits steht Ägypten finanziell in der Schuld Saudi-Arabiens und der anderen Golfmonarchien und sieht sich insofern zu einer militärischen Unterstützung verpflichtet. Erst am Dienstag hatte Kuweit weitere zwei Milliarden Dollar an die Ägyptische Zentralbank überwiesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.