Ägyptens Schiiten sehen sich in Verfassung nicht repräsentiert

schiiten ägypten plakatDie schiitische Religionsgemeinschaft in Ägypten hat vor dem Hintergrund des bald endenden verfassungsgebenden Prozesses ihre Rechte eingefordert, insbesondere beansprucht sie von der zukünftigen Verfassung mehr Religionsfreiheit und einen staatlichen Schutz vor religiöser Hetze.

Laut Salem al-Sabbagh, dem Oberhaupt der Gemeinschaft, soll das 50-köpfige Verfassungskomitee eine Beteiligung der Schiiten nicht zugelassen haben – im Unterschied zu vielen anderen gesellschaftlichen Akteuren und Gruppen. Solange ihre Rechte jedoch nicht berücksichtigt werden, wird die Gemeinschaft bei der noch für 2013 erwarteten Volksabstimmung gegen die Annahme der Verfassung votieren.

Sabbagh wies im Gespräch mit einer privaten Tageszeitung darauf hin, dass sich vor allem Saudi Arabien gegen eine Anerkennung der Schiiten in Ägypten ausgesprochen habe.

Als positive Entwicklung strich er heraus, dass das Ausmaß religiös motivierter Gewalt gegen die Schiiten seit dem Sturz der Islamisten Anfang Juli 2013 abgenommen habe.

Die verfassungsgebende Versammlung stimmt aktuell über den von ihr ausgearbeiteten Entwurf ab. Bis zum 3. Dezember soll der fertige Text dem Interimspräsidenten Mansour übergeben werden, der daraufhin gemäß des Übergangsdekretes vom 3. Juli einen Volksentscheid einleiten wird.

Im Anschluss daran sollen Parlamentswahlen stattfinden. Wie Außenminister Fahmy am vergangenen Freitag im Reuters-Interview ankündigte, könnten diese in der Zeit von Februar bis März 2014 durchgeführt werden, gefolgt von Präsidentschaftswahlen im Frühsommer.

Quelle: Egypt Independent

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