Demos am Jahrestag des Rabaa-Massakers: Polizei tötet mehrere Islamisten

protest straßenblockadeÄgypten: Am ersten Jahrestag des Rabaa-Massakers, der Auflösung zweier islamistischer Protestlager der Muslimbruderschaft durch Polizei und Armee, sind am Donnerstag bei Demonstrationen der Islamisten mehrere Menschen getötet worden. Bisher wurden vier Opfer gemeldet.

Eine islamistische Koalition (NASL) unter Führung der verbotenen Muslimbruderschaft hatte am Dienstag zu Protesten an drei verschiedenen Plätzen in Kairo aufgerufen: Tahrir, Nahda und Rabaa al-Adawiya. Deren Motto sprach sich für „Vergeltung“ für die Greueltaten des Staates aus, bei welchen nach Angaben des Gesundheitsministeriums 638 (nach Angaben der Muslimbrüder 2.600, eine realistische Schätzung liegt bei über 1.000) Menschen getötet worden waren. Auch in anderen Städten kam es zu Demonstrationen, wie beispielsweise in Alexandria, der zweitgrößten Stadt Ägyptens.

Der 14. August 2013 markiert den blutigsten Tag seit dem Aufstand gegen Mubarak im Jahr 2011. Um dem folgenden innenpolitischen Chaos entgegenzuwirken, verhängte die Militärregierung damals eine nächtliche Ausgangssperre in mehreren Regionen, die erst im November aufgehoben werden konnte.

Zu den Ereignissen hat die US-Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch am Dienstag einen Bericht veröffentlicht, welcher das Massaker als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ bezeichnete, an welchem der heutige Staatspräsident Ägyptens, Abd al-Fattah al-Sisi, die Hauptverantwortung trage. Die ägyptische Regierung wies diese Darstellung umgehend zurück.

Quellen: Ahram (1, 2), Mada Masr

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