Gaza-Friedensgespräche verlagern sich nach Katar

Katar Scheich al-Thani (Foto: Reuters)Der Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, empfängt am Sonntag in Doha den UN-Chef Ban Ki-Moon und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zu Vorverhandlungen über einen Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas.

Die Hamas unterhält eine reguläre Auslandsvertretung in dem Königreich, welches mittlerweile zu seinem Hauptfinanzier geworden ist.

Katar ist einer der wenigen verbliebenen Verbündeten und Unterstützer der Hamas, das insofern viel eher im Namen der Palästinenserorganisation vermitteln kann als dies momentan durch Ägypten möglich ist – was andererseits die Wahrscheinlichkeit reduziert, in israelischen Sicherheitskreisen ein solches Gehör zu finden wie dies ägyptischen Vertretern momentan gelingt.

Das weniger als zwei Millionen Einwohner zählende Königreich Katar spielt – in seinem Bestreben nach einer Abgrenzung von Saudi-Arabien – eine außenpolitische Sonderrolle unter den Monarchien der arabischen Halbinsel. Seit dem Zusammenbruch des politischen Islam in Ägypten im Sommer 2013 steht es international jedoch weitgehend isoliert da, ähnlich wie die Hamas in Gaza. Mit einer erfolgreichen Vermittlung im Palästinakonflikt könnte es diese Position aufbrechen und zu neuer Stärke finden, falls Israel die Initiative schließlich akzeptiert.

Nachdem sich ein Scheitern der ägyptischen Friedensbemühungen abzeichnete, wandte sich das US-Außenministerium an Katar, Israel hingegen zeigte sich zurückhaltend. Andererseits favorisiert Israel eine Beteiligung des Palästinenserpräsidenten Abbas, der nun Doha verhandelt.

Quellen: Ahram, Al-Arabiya

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