Geheimverhandlungen zwischen Staat und Muslimbrüdern

Geheimverhandlungen für ein Ende der GewaltZwischen Donnerstag und Freitag war es zu Geheimverhandlungen zwischen Vertretern der Muslimbruderschaft und der Staatsführung gekommen, wie die Nachrichtenagentur Ahram berichtet. Die Islamisten forderten als Gegenleistung für eine öffentliche Aussöhnung den völligen Gewaltverzicht seitens des Staates: Wenn dieser Freitag gewaltfrei bleibt, können die Gespräche offiziell starten.

Die Gewaltspirale war durch eine jüngste Entscheidung des neuen Kabinetts angeheizt worden. Die Interimsregierung hatte dem Innenministerium grünes Licht für eine Räumung der von den Anhängern der Muslimbrüder besetzten Plätze gegeben. Dies wiederum wäre kaum ohne größeres Blutvergießen über die Bühne gegangen. Das Militär jedoch sucht seit Langem nach einer Möglichkeit, die Muslimbrüder wieder zu einer politischen Beteiligung zu bewegen.

Die Unterstützer von Mursi planten für Freitag insgesamt 33 verschiedene Protestmärsche in Kairo und Giza unter dem Slogan „Ägypten gegen den Coup“. Wenn sich am Ende des Tages herausstellen wird, dass diese relativ gewaltfrei passieren konnten, steht der Weg für eine Wiedereingliederung der Muslimbrüder in den legalen politischen Prozess offen.

Die Gespräche zwischen den beiden Seiten hatte bis Freitag Morgen angedauert.
Die Muslimbrüder fordern neben dem Gewaltverzicht eine Freilassung einiger ihrer Führer als Zeichen des Entgegenkommens. Die Staatsführung ihrerseits besteht auf eine gemäßigtere Haltung der Muslimbrüder sowie eine Abkehr von ihrer revisionistischen Blockadehaltung. Außerdem soll sie Krankenwagen den Zugang zum Protestlager gestatten und den Sicherheitskräften ermöglichen, sich dem Lager zu nähern und Kontrollfunktionen auszuüben. Dazu wäre es nötig, dass die Muslimbrüder ihre bewaffneten Kräfte zurückzieht.

Falls also dieser entscheidende Freitag gewaltfrei bleibt, wäre der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei der Muslimbrüder der Weg zurück in die Legalität geebnet.

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