Großscheich: IS-Terroristen dürfen nicht vom Islam ausgeschlossen werden

azhar großscheich al tayyebÄgypten: Eine der einflussreichsten islamischen Autoritäten des Landes, der Großscheich der al-Azhar Ahmad al-Tayyeb, ließ am Donnerstag erklären, dass Anhänger radikaler Ideologien wie derjenigen des Islamischen Staates (IS, früher: ISIS) nicht zu Apostaten erklärt und damit aus der Glaubensgemeinschaft der Muslime ausgeschlossen werden dürfen.

Dieser Proklamation war eine internationale Konferenz von islamischen und christlichen Religionsgelehrten am 3. Dezember in Kairo vorausgegangen. Dort erklärte al-Tayyeb, dass die IS-Terroristen zwar einer verwirrten Auslegung der Religion folgen würden und diese Auslegung zur Legitimation aller Arten von Verbrechen missbrauchen würden, man sie aber nicht allein deshalb schon zu Abtrünnigen erklären könne.

Als mögliche Strafe für den Abfall vom Glauben sieht der Islam die Todesstrafe vor. Diese Option gilt aber unter muslimischen Rechtsgelehrten in Ägypten als umstritten. So konnte selbst der ehemalige Präsident Muhammad Mursi erklären, dass ein Glaubenswechsel, etwa vom Islam zum Chistentum, nicht bestraft werden darf, so lange der Betroffene fortan dem Islam nicht schadet.

Der Großscheich der al-Azhar hatte andererseits in früheren Erklärungen deutlich gemacht, dass er die Taten der muslimischen Terroristen ablehnt. Sie seien kriminell und schadeten dem Ansehen des Islam.

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