Hamas stellt Bedingungen für Waffenstillstand, Ägypten vermittelt

hamas -- MUSHIR AL-MASRI (foto: Reuters)Gaza/Ägypten: Die palästinensische Hamas hat am Montag ihre Bedingungen für einen Waffenstillstand mit Israel erklärt.

Nach Auskunft von Mushir al-Masri gegenüber der AFP besteht die Hamas auf drei zentralen Forderungen: der Aufhebung der israelischen Blockade, der Öffnung des Grenzübergangs zu Ägypten bei Rafah sowie der Freilassung von Gefangenen. Hinter diese Forderungen werde man nicht zurücktreten, so das jüngste Statement.

Stattdessen zeigt die Hamas einen ebensolchen Kampfeswillen wie die israelische Regierung, welche nach einer Woche anhaltender Kämpfe zunehmend unter internationalen Druck gerät. Nur so konnte der Einsatz von Bodentruppen gegen den Landstreifen um Gaza verhindert werden.

Die aktuelle Schlachtstatistik verrät Folgendes: Mitglieder der Hamas haben etwa 1.000 Raketen auf Israel abgefeuert – zuzüglich eines leichten Beschusses durch unbekannte Extremistengruppen von Ägypten sowie dem Libanon aus. Die israelischen Streitkräfte melden ihrerseits 1.300 Luftangriffe auf die palästinensische Siedlung. Während Israels Raketenabwehrsystem bisher verhindern konnte, dass es auf dieser Seite Todesopfer zu beklagen gab, töteten die israelischen Bomben mindestens 172 Menschen im Gazastreifen.

Die Diplomatie scheint unterdessen in Bewegung gekommen zu sein. Ägypten konnte sich in dieser Sache inzwischen als Hauptvermittler zwischen den Streitparteien etablieren und einen Plan für einen Waffenstillstand erarbeiten, der am Montag vom israelischen Sicherheitsrat diskutiert wurde und eigentlich am Dienstagmorgen in Kraft treten soll. Nach einer Sitzung der Arabischen Liga in Kairo wird für Dienstag ein Besuch des US-Außenministers Kerry erwartet.

Die Hamas („Islamische Widerstandsbewegung“) entspringt einem Ableger der ägyptischen Muslimbruderschaft in Ostjerusalem und wurde 1987 in ihrer heutigen Form gegründet. Sie zielt – zumindest offiziell – auf eine Vernichtung des Staates Israel durch Angriffe gegen die Zivilbevölkerung, um im Anschluss daran auf diesem Territorium einen islamischen Gottesstaat mit weltweitem Expansionsbestreben zu gründen. Damit stellt sie quasi die durchgeknallte Version der palästinensischen Autonomiebehörde dar, welche auf einem modern-säkularen Staatskonzept beruht und seit Jahren um einen dauerhaften Frieden mit Israel bemüht ist. Die Hamas finanziert sich größtenteils durch staatliche und private Spendengelder aus zahlreichen islamischen Staaten sowie durch Exil-Palästinenser und eigene Niederlassungen im Ausland.

Ägypten hat nach einem Bericht von Al-Jazeera kurz vor Aufnahme der Kampfhandlungen den israelischen Versuch zur Schwächung der Hamas begrüßt. Auf der anderen Seite sendet die ägyptische Armee seit kurzem auch Hilfslieferungen nach Gaza, welche primär die Leiden der Zivilbevölkerung lindern sollen.

Quelle: Ahram (1, 2, 3)

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