Journalisten wegen Diskussion über Politik festgesetzt

GreshÄgypten: In Kairo wurden ein französischer und zwei ägyptische Journalisten von der Polizei verhört, nachdem eine Kaffeehausbesucherin bemerkt hatte, dass die drei über Politik sprechen. Daraufhin beschwerte sich die Dame bei den Journalisten und verständigte die Polizei, die wenig später erschien, die Personalien der Beschuldigten aufnahm und sofort zum Verhör überging.

Zu den Betroffenen zählte der Herausgeber von Le Monde Diplomatique, Alain Gresh, sowie zwei ägyptische Kolleginnen. Allesamt kamen nach Auskunft von Gresh nach zwei Stunden wieder auf freien Fuß.

Verwunderlich, aber doch typisch

Diese Szene ereignete sich am Dienstag in einem Straßencafé in der Innenstadt von Kairo. Der Vorwurf der besorgten Denunziantin lautete sinngemäß: Journalistische Arbeit zerstöre das Land.

So seltsam sich das anhören mag, so bezeichnend ist es mittlerweile für den Zustand der Pressefreiheit in Ägypten. Und der Vorbehalt speziell gegen ausländische Berichterstatter kommt auch nicht von ungefähr, sondern wurde gezielt herbeigeführt – zuletzt im Januar und Februar 2011, als die Presse über die Proteste gegen Mubarak zu berichten begann.

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