Menschenrechtler darf nicht nach Deutschland reisen

lotfyDer Generaldirektor der ägyptischen Menschenrechtsorganisation ECRF, Mohamed Lotfy, wurde gestern an der Ausreise nach Deutschland gehindert, wie es in einer Erklärung von ECRF hieß. Lotfy sei vom Deutschen Bundestag eingeladen worden und sollte dort anlässlich des gleichzeitig stattfindenden Staatsbesuchs des ägyptischen Präsidenten in Berlin über die Menschenrechtslage in Ägypten informieren, so Reuters.

Bei der Ankunft am Flughafen sei Lotfy von einem Polizisten mit den Worten abgewiesen worden: „Sie werden nicht reisen, Sie werden wieder nach Hause gehen.“ – „Aus Sicherheitsgründen“ habe die Erklärung gelautet, erzählt Lotfy. Dabei sei auch sein Pass eingezogen worden.

Mohamed Lotfy war früher unter anderem für Amnesty International tätig und leitet heute die ägyptische Nichtregierungsorganisation Egyptian Commission for Rights and Freedoms (ECRF).

Die Menschenrechtsorganisation warf der ägyptischen Regierung daraufhin vor, „mit repressiven Maßnahmen die ägyptische Zivilgesellschaft von der internationalen Gemeinschaft zu isolieren“.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Deutschen Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, nannte die Zurückweisung des Menschenrechtlers eine „Ohrfeige für die Bundesregierung von Präsident al-Sisi“.

Al-Sisi trifft heute die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. Sein Staatsbesuch ist in Deutschland sehr umstritten.

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