Muslimbruderschaft rüstet zu neuen Protesten

pro-mursi demonstration oktober 2013Nach dem frisch vollzogenen Ende des Ausnahmezustandes in Ägypten hat die Muslimbruderschaft noch lang nicht ihre Wut verloren. Als neuer Anlass für Protestkundgebungen am Freitag dient das vergleichsweise harte Urteil gegen zwölf Studenten, die sich im vergangenen Monat an der Erstürmung der Azhar-Universität beteiligt und ein Ende der Militärherrschaft gefordert hatten. Sie wurden nun wegen Gewalt gegen Angestellte und Sicherheitskräfte sowie der Zerstörung von öffentlichem und privatem Eigentum zu 17 Jahren Haft und jeweils etwa 7.000 Euro an Strafzahlungen verurteilt.

Die Nationale Allianz zur Unterstützung der Legitimität, ein Bündnis aus islamistischen Parteien, dem unter anderem die Partei der Muslimbruderschaft angehört, hat daraufhin ihre Anhänger zu Demonstrationen aufgerufen – und zwar an den kritischen Punkten des Rabaa-al-Adawiya-Platzes und des Präsidentenpalasts. Rabaa al-Adawiya war Schauplatz der blutigen Niederschlagung eines islamistischen Protestlagers am 14. August mit hunderten von Toten. Und erst vor vier Tagen gab die Armee den Abschluss der Renovierungsarbeiten an der beschädigten Rabaa-al-Adawiya-Moschee und dem gleichnamigen Platz bekannt und somit zur öffentlichen Nutzung wieder frei.

Die Demonstration soll unter dem Slogan „Nein zur Ungerechtigkeit“ geführt werden. Ob sie tatsächlich die intendierte Zahl von einer Million Teilnehmer erreicht, bleibt abzuwarten.

Quelle: Egypt Independent

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