Nach Preiserhöhung in Ägypten: Armee steuert gegen

armee stellt busse bereitÄgypten: Die Preiserhöhungen für Treibstoffe und Strom in der vergangenen Woche ist eines der bestimmenden Themen der Medien in den vergangenen Tagen. Nun setzt die Regierung die Infrastruktur der Armee ein, um für Erleichterung zu sorgen.

Busse der Streitkräfte bieten preisgünstige Fahrten an und Verkaufsstellen des Militärs offerieren verbilligte Lebensmittel, wie die staatliche Nachrichtenagentur Ahram mit Berufung auf einen Sprecher des Militärs am Montag meldete.

Betitelt als „Bürgerservice“ stellen die Streitkräfte Busse in Giza bereit, welche Passagiere weit unter Marktpreis befördern. Der im Bild gezeigte Bus weist als Fahrpreis ein Ägyptisches Pfund aus. Eine Beförderung im privaten Nahverkehr kostet wesentlich mehr, seitdem die Regierung am letzten Freitag eine gravierende Kürzung der Subvention für Benzin und Diesel umgesetzt hatte.

Bisher hielten sich die Preise im privaten und öffentlichen Personennahverkehr in etwa die Waage. Als Reaktion auf die Benzinpreissteigerung hatten die privaten Anbieter unmittelbar reagiert und ihre Beförderungspreise – die Gelegenheit ausnutzend – zum Teil im selben Maße angehoben, wie auch die Treibstoffpreise stiegen. Dies wiederum halten viele Passagieren für ungerechtfertigt, was es auch ist und vor Ort oft für Auseinandersetzungen mit den Fahrern sorgt.

Das hatte zur Konsequenz, dass sich manche Fahrer zu spontanen Arbeitsniederlegungen entschlossen – ebenfalls am Montag in Giza. Zuvor kam es zu spontanen Streiks von Taxifahrern in Kairo und Ismailia. Hier sieht man also, dass der Staat im Transportbereich zunehmend unter Handlungsdruck gerät.

Eine Bereitstellung von Transportkapazitäten der Armee ist eventuell naheliegend, sie ist gleichzeitig ein propagandistisch gezielter Schachzug: Die ägyptische Armee mit Ex-General al-Sisi an der Spitze tritt seit einem Jahr als Retter der Nation auf und kann mit ihrem Einsatz einmal mehr die Legitimität des obersten Führers unter Beweis stellen.

Quellen: Ahram, Daily News Egypt

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