Nationale Heilsfront würde General als Präsidentschaftskandidaten unterstützen

Abdel Fattah al-Sisi 2013 (REUTERS Asmaa Waguih)Für die kommende Präsidentschaftswahl in Ägypten würde die Nationale Heilsfront auch einen Kandidaten aus den Reihen des Militärs akzeptieren. Dies sagte ihr Generalsekretär, Ahmed Saeed, im Anschluss an eine Sitzung der Gruppe.

Die Heilsfront ist ein Bündnis aus liberalen und sozialistischen Parteien, das sich als Reaktion auf die Verfassungserklärung von Ex-Präsident Mursi vom 22. November 2012 gegründet hatte und aktuell von Amr Mussa und Hamdeen Sabahi angeführt wird.

Ahmed Saeed sagte, das Bündnis habe sich bislang noch nicht auf einen bestimmten Präsidentschaftskandidaten geeinigt, könne sich aber auch einen Militärangehörigen als Präsidenten vorstellen, vorausgesetzt, er verfüge über genügend Rückhalt in der Bevölkerung. Eine solche Formulierung zielt auf eine ganz bestimmte Persönlichkeit aus dem Militär: General Abdel Fattah al-Sisi: “Aber wir vertrauen Verteidigungsminister Abdel Fattah al-Sisis Aussage, er würde nicht das Präsidentenamt anstreben“, sagte Saeed in seiner Stellungnahme.

Weiter lehnt die Nationale Heilsfront gleichzeitige Wahlen zum Parlament und für die Präsidentschaft ab: Der Präsident solle vor dem Parlament gewählt werden.

Heilsfront könnte sich spalten

In Bezug auf die Zukunft des Bündnisses selbst kündigte Saeed eine mögliche Spaltung an:

„Wir erwägen eine Namensänderung sowie eine Aufteilung in einen Block aus liberalen Parteien und einen weiteren aus sozialistischen.“

Dieser Schritt erscheint nachvollziehbar, immerhin kann die Nationale Heilsfront ihre Hauptziele als erreicht betrachten: eine Außerkraftsetzung der autoritären Dekrete Mursis sowie der gesamten letzten Verfassung, die unter dem Einfluss von Muslimbruderschaft und Salafisten formuliert worden war. Zudem waren bereits in den vergangenen Monaten Auflösungserscheinungen zu beobachten, welche die Idee der Spaltung aufkeimen ließen.

Quelle: Egypt Independent
Foto: Reuters/Asmaa Waguih