Nichts zu feiern: 18 Tote am vierten Jahrestag der Revolution in Ägypten

zusammenstoß in kairo 25 januar 2015Zum Jahrestag der Revolution in Ägypten sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums am Sonntag landesweit 18 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften getötet worden. Darüber hinaus habe es 150 Verhaftungen gegeben, mehrheitlich von Anhängern der verbotenen Muslimbruderschaft, aber auch von führenden Mitgliedern liberaler Gruppierungen wie der Jungendbewegung des 6. April, wie aus einer anderen Quelle zu erfahren war.

Bei der Niederschlagung der Proteste sei die Polizei auch gegen Journalisten vorgegangen, die die Ereignisse begleiteten. Laut der Association for Freedom of Thought and Expression wurden neun Berichterstatter kurzzeitig festgenommen.

Bereits am Vortag kam es im Zentrum Kairos zu Übergriffen der Sicherheitskräfte gegen Mitglieder der Partei „Sozialistische Volksallianz“, in deren Verlauf die Aktivistin Shaimaa al-Sabbagh getötet und sechs weitere Parteimitglieder verhaftet wurden. Die Gruppe wollte mit einer Kranzniederlegung an die Opfer der ägyptischen Revolution vor vier Jahren erinnern.

Shaimaa al-Sabbagh war als Anwältin für Arbeiterrechte tätig. Ein Polizist soll aus geringer Entfernung mit einem Schrotgewehr auf sie geschossen haben. Die Aktivistin verstarb wenig später im Krankenhaus und wurde am Sonntag in ihrer Heimatstadt Alexandria beerdigt.

Nachtrag, 26. Januar:

Die Generalstaatsanwaltschaft hat am Sonntag eine Untersuchung der Todesumstände von Shaimaa al-Sabbagh angeordnet. Die Zahl der für Sonntag gemeldeten Toten ist unterdessen auf 23 gestiegen, während die Zahl Verhaftungen am Montag auf 516 korrigiert wurde.
Nach dieser neuen Bilanz aus Todesfällen und Verhaftungen schaltete sich Human Rights Watch mit der Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung der Zusammenhänge ein.

Ein Gedanke zu „Nichts zu feiern: 18 Tote am vierten Jahrestag der Revolution in Ägypten

  1. So wird es auch weiterhin bleiben, selbst wenn ein Parlament gewählt wurde. Glaubt ihr echt, dass das Parlament etwas zu sagen hat um den Frieden zu bringen ? Sisi wird seine Macht nicht abgeben . Er wird wie sein Mentor Mubarak , nur loyale, ihm getreue ins Parlament holen . Egal welche Parteien ihr wählt. Die ersten aus Mubaraks Regime sind bereits haushohe Favoriten, auch ohne Wahl. An alle die jetzt daran denken eine Reise nach Ägypten zu machen, lasst dieses Land links liegen und sucht euch ein anderes Urlaubsland. Ihr unterstützt nur das Menschen verachtende Regime. Touristen sollten Ägypten boykottieren .

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