Reisewarnung für den Nordsinai; Ägypten verhängt Ausgangssperre

sinai-governorates-mapDas Auswärtige Amt hat am Samstag die Reisehinweise für Ägypten aktualisiert und warnt „dringend“ vor Ausflügen in den Norden der Sinai-Halbinsel und das israelisch-ägyptische Grenzgebiet.

Nach zwei Anschlägen auf Sicherheitskräfte mit 31 Toten wurde von der Regierung über große Teile des Gouvernements Nord-Sinai eine dreimonatige nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Die beiden Anschläge ereigneten sich am Freitag in der Nähe zur Grenze zum Gazastreifen. Zunächst explodierte eine Autobombe an einem Kontrollposten des Militärs in Scheikh Zuweid, drei Stunden später wurde ein Kontrollposten in al-Arisch beschossen.

Das Militär reagierte mit einer zeitweisen Sperrung des Internets und Telekommunikationsnetzes, um weiteren Anschlägen vorzubeugen, schloss auf unbestimmte Zeit den Grenzübergang zu Gaza und startete wenig später erste Vergeltungsangriffe auf vermutete Verstecke von Rebellen. Als verantwortlich für die Anschläge hat sich bisher noch keine Gruppe gezeichnet.

Die Interimsregierung in Kairo erklärte ferner nach einer Sondersitzung am Wochenende, dass für alle Gerichtsverfahren, die fortan unter Terrorismus-Gesetze fallen, die Militärgerichtsbarkeit zuständig sein werde. Ägyptische Menschenrechtsanwälte interpretieren diese Entscheidung als eine weitere Aushöhlung von Freiheitsrechten.

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