Russland und VAE stimmen sich über Vorgehen in Ägypten ab

Abdullah bin Zayid Al Nahyan (Quelle: mofa.gov.ae)
Abdullah bin Zayid Al Nahyan (Quelle: mofa.gov.ae)
Zwischen Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) könnte sich ein gemeinsames Engagement in Ägypten ergeben. Dies meldete die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass am vergangenen Donnerstag nach einem Telefonat zwischen Mikhail Bogdanov, dem Gesandten des russischen Präsidenten für den Mittleren Osten und stellvertretendem Außenminister Russlands, und Scheich Abdullah bin Zayed Al-Nahyan, dem Außenminister der VAE.

Die Initiative sei nach russischen Angaben von der arabischen Seite ausgegangen. Im Ergebnis möchten beide Staaten in einen „energischen“ politischen Dialog über gemeinsame Interessen bezüglich Ägyptens treten. Geplant soll außerdem eine spätere Zusammenarbeit Russlands mit dem Golf-Kooperationsrat sein, welchem neben den Emiraten auch Saudi-Arabien, Bahrain, Kuwait, Qatar und Oman angehören.

Finanzhilfen für Ägypten

Seit dem Sturz Mursis am 3. Juli 2013 deuten viele Anzeichen auf eine Neuausrichtung der Außenpolitik der Staaten der Arabischen Halbinsel gegenüber Ägypten hin. So hatten die Emirate bereits am 9. Juli eine finanzielle Unterstützung der neuen Machthaber in Kairo angekündigt.
Drei Milliarden US-Dollar sollten nach Ägypten fließen, davon eine Milliarde als Subvention und zwei Milliarden als zinsloses Darlehen an die ägyptische Zentralbank.

Während viele westliche Staaten zurzeit ihre Unterstützungsprogramme revidieren, scheinen sich nun also neue Allianzen herauszubilden, welche die Machtbalance am Nil zukünftig verschieben könnten.

Gegenwind für die USA

Wie weit die USA bereit sind, ihren Einfluss in der Region zurückzunehmen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Ein geplantes gemeinsames Militärmanöver wurde bereits abgesagt und die Vereinigten Staaten drohen parallel auch mit einer Einstellung ihrer Geldzahlungen an Ägypten, welche insgesamt jährlich mehrere Milliarden Dollar umfassen. Darüber hinaus steigt unter der ägyptischen Bevölkerung die Besorgnis über mögliche Interventionen aus dem Ausland, allen voran seitens der USA.

Seit Anfang August läuft bereits eine öffentliche Kampagne, welche die Zurückweisung sämtlicher US-Militärsubventionen an Ägypten fordert und der sich auch die Bewegung Tamarud angeschlossen hat. Tamarud war maßgeblich am Sturz Mursis beteiligt. Ihre Vertreter haben sich weitgehend hinter die Politik der Interimsregierung gestellt und begrüßen explizit auch die gegenwärtige Unterdrückung der islamistischen Proteste.

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