Inhaftierte Aktivistin erhält Ludovic Trarieux Menschenrechtspreis 2014

Mahienour al-MassryÄgypten: Die im Mai zu zwei Jahren Haft verurteilte Anwältin Mahienour al-Massry wird den Internationalen Ludovic Trarieux Menschenrechtspreis für das Jahr 2014 erhalten, wie die AFP am Donnerstag meldete.

Der Preis wird international an Anwälte vergeben, die sich für die Menschenrechte stark machen. Preisträger des Jahres 1985 war beispielsweise der damals ebenfalls inhaftierte Nelson Mandela. Die Preisverleihung soll im Oktober im italienischen Florenz stattfinden.

Al-Massry war vor über zwei Monaten für ihren Protest gegen das Ende 2013 von der ägyptischen Interimsregierung verabschiedete Demonstrationsgesetz verurteilt worden. Dieses Gesetz versieht alle politischen Kundgebungen mit strengen Reglementierungen, welche von Gegnern als Quasi-Demonstrationsverbot interpretiert werden.

Für ihren unermüdlichen Einsatz für die Menschenrechte soll al-Massry nun geehrt werden. Bereits unter der Herrschaft Hosni Mubaraks sowie während der kurzen Regierungszeit der Muslimbrüder musste sie Gefängnisstrafen erleiden.

Nach Auskunft ihrer Anwälte sei ein Berufungsverfahren eingeleitet worden. Für den kommenden Samstag ist dafür eine Sitzung anberaumt.

Die persönliche Stärke, die al-Massry in ihrer gegenwärtigen Lage gezeigt hat, ist beispielhaft und wohl ausschlaggebend für die Ehrung gewesen. In einem Schreiben aus dem Gefängnis verzichtete sie auf eine Amnestie. Stattdessen werde sie so lange auf ihrem Recht beharren, bis das viel kritisierte Demonstrationsgesetz zu Fall gebracht und alle darunter Verurteilten befreit sein werden.

Quelle: Mada Masr, Ahram

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